Einige langjährige, verdiente Mitglieder schieden aus dem Vorstand aus

Hausen. „Vielleicht ein Bild im Museum“, so die trocken-humoristische und Charakter
typische Antwort von Christoph Schwab, dem bodenständigen und langjährigen Präsidenten
der altehrwürdigen Alten Großen Mayener Karnevalsgesellschaft, auf die Frage, was von
ihm nach seiner Amtszeit hängen bliebe. Einer Amtszeit, welche rund 90 Minuten zuvor auf
eigenen Wunsch nach acht Jahren beendet wurde.
Natürlich, das wissen alle Mayener Karnevalisten, bleibt mehr von Christoph Schwab in
Erinnerung, als nur ein Porträt seiner selbst. Auch wenn das vereinseigene Museum im
Brückentor mit Sicherheit ein solches im Bezug auf die Präsidentschaft aufhängen wird.

 Christoph Schwab war ein pragmatischer Macher, der das Narrenschiff gemeinsam mit
seinem langjährigen Vorstand aus sehr unruhigem Fahrwasser in eine neue Blüte geführt
hat. Die auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus von Mayen-Hausen
vorgetragenen guten Bilanzen der Gesellschaft, die seit Jahren professionell vom
„Controller“ Michael Faber, dem Schatzmeister des Vereins clever und mit viel
Sachverstand stetig verbessert wurden oder die seriöse Geschäftsführung vom allseits
beliebten Uli Walsdorf, die dem Verein wieder großes wirtschaftliches und
gesellschaftliches Ansehen bereitet haben, werden genauso immer in Verbindung mit
Schwab stehen, wie die von ihm geleiteten Sitzungen oder durchgeführten Ehrungen.
Und so, wie es seine Art ist, beendete er auch mit kurzen, klaren Worten seine
Präsidentschaft, in der er sich nie wichtiger nahm, als jeden anderen im Team. Er erklärte
den zahlreich erschienenen, aber den Corona-Regeln entsprechend platzierten Mitgliedern,
dass er niemand sei, „der an Stuhl und Amt hängen würde“, dass irgendwann es auch mal
„genug“ sei, er den „richtigen Zeitpunkt“ gerne selbst bestimmen wollte und „zugegeben,
nun auch mal andere Prioritäten anstehen“. Worte, die sicherlich auch seiner Frau Bianca
galten, die ihren Mann über Jahre im Amt mit viel Leidenschaft für das rheinische
Brauchtum unterstützt hat.


Rückzug schon lange geplant


Schwab betonte, dass es eine lang gereifte und gut überlegte Entscheidung gewesen sei,die er mit bedacht und im Sinne des Vereins entsprechend auch vorbereitet hätte. So erfuhr man
im Gespräch mit seinem frischgewählten Nachfolger, dass dieser bereits im letzten Sommer
in die Pläne des Unternehmers eingeweiht worden sei und alles entsprechend mit dem
Vorstand besprochen wurde. Neben dem Präsidenten hörten gleich mehrere verdiente und
langjährige Vorstandsmitglieder ebenfalls aus eigener Entscheidung auf. So stand auch
Museumschef Heinz Spurzem nicht mehr zur Wiederwahl. Gleiches galt für
„Allweckwaffe“ Sascha Flinsch und Vize-Präsident Jürgen Stolz. Mit Literat Rolf Keuser
und Zugleiter Werner Schäfer beendeten gleich zwei über Jahrzehnte prägende und
legendäre Köpfe der Mayener Faasenaacht ihre aktiven Funktionärskarrieren.
Die diesjährige Versammlung, welche nicht mehr im Hotel und Restaurant „Alten Fritz“,
sondern im Hausener Bürgerhaus stattgefunden hat, sah 68 stimmberechtigt Mitglieder.
Darunter auch der amtierende Oberbürgermeister Wolfgang Treis sowie sein Nachfolger
Dirk Meid. Somit zeigten rund 30 Mitglieder mehr als bei der letzten JHV im Juni 2019
Interesse am Event. Insgesamt hat der Verein aktuell 344 Mitglieder, was ein Plus von
einem Mitglied gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Und das, obwohl im letzten Jahr leider
einige hochverdiente Mitglieder, darunter auch überraschend das langjährige und bis letztes
Jahr im Vorstand aktive Mitglied Stefan Herod aus dem Leben geschieden sind. An die
verstorbenen wurde im Rahmen einer Schweigeminute gedacht.

Vorstandswahlen bringen einige Veränderungen

Durch im Vorstand der Gesellschaft entstandenen Lücken mussten für die Neubesetzungen
natürlich viele Wahlvorgänge durchgeführt werden. Damit dabei alles seine Richtigkeit
hatte, wählte die Versammlung mit Rechtsanwalt Bernhard Mauel einen Sitzungsleiter im
formalen Teil des Abends. Der Bürgermeister der Stadt Mayen führe mit Charme und Witz
souverän durch den Abend und lockerte die Wahlvorgänge mit seiner Art deutlich auf. Der
wichtigste Wahlvorgang war natürlich jener der Präsidentenwahl. Hier präsentierte der
Vorstand den Versammlungsteilnehmern, wie bei allen anderen Funktionen auch, einen
eigenen Vorschlag. Vorgeschlagen wurde der 55-jährige Familienvater und bisherige
Geschäftsführer der Gesellschaft Uli Walsdorf. Dieser Vorschlag wurde sehr positiv
aufgenommen und mit allen 68 Stimmen bestätigt. Die dadurch freigewordene Position des
Ersten Geschäftsführers erhielt der bisherige Zweite Geschäftsführer Sierk Stern. Auch der
KSK-Mitarbeiter erhielt 68 Stimmen. Die Position des Zweiten Geschäftsführers erhielt in
Abwesenheit mit ebenfalls 68 Stimmen Arne Dybionka. Im Amt des Vize-Präsidenten
bestätigt mit 100  % der Wahlteilnehmer wurde der junge Jurist Dennis Falterbaum. Der
Abschied von Rolf Keuser nach Jahrzehnten als Literat, brachte den 21-jährigen Banker
Philipp Schumacher ebenfalls mit voller Zustimmung auf die verantwortungsvolle Position
rund um die Planung und Organisation aller Events. Im Amt bestätigt als Schatzmeister
wurde Michael Faber. In die großen Fußstapfen von Zugleiter Werner Schäfer wurde das
Feuerwehrmitglied Philipp Dillmann gewählt. Er erhielt 67 Ja-Stimmen, bei eigener
Enthaltung. Die Positionen der Beisitzer sind fast durchgängig „karnevalistisch-royal“
besetzt. So wurden neu Ex-Prinz Andreas Haupt, mittlerweile mit Nachnamen Heinen, zum
Beisitzer A und Ex-Prinzessin Tina Hansen zu Beisitzer F gewählt. Sie gesellen sich damit
zu den Ex-Prinzen Hans Molitor, Guido Syri und Harry Mußweiler, welche alle im Amt des
Beisitzers bestätigt wurden. Ebenfalls neu in den Vorstand der Alten Großen gewählt wurde
Ex-Page Julia Münzel und auf Vorschlag aus dem Saal Christoph Weber. Durch diese
Wahlen hat sich der karnevalistische Dachverband der Eifelstadt mit seinen 15
angeschlossen Vereinen und den eigenen 344 Mitgliedern komplett neu aufgestellt. So
wurden erfahrene Kräfte mit jungen Gesichtern gemischt.
SCHAEFGES

 

Artikel: Blick Aktuell 19.10.2020

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